IM Notar: Gregor Gysi doch bei der Stasi?
Ach, herrje. Was haben wir gelacht. Damals, als die ganzen Ex-SED-Bonzen mitteilten, wie sehr sie doch das Volk lieben. Die haben nie was Schlimmes gemacht, nein. Die waren natürlich auch nie bei der Staatssicherheit. Nie im Leben. Ebenso nicht, wie heutige LINKE-Mitglieder nie mit der Stasi Kontakt hatten. Wirklich nicht? Der SPIEGEL berichtet heute über Gregor Gysi, seit Jahren auch in der Presse als “IM Notar” bekannt. Der soll nun wahrscheinlich doch beim MfS gewesen sein.
Offizier Lohr notiert vom Inoffiziellen Mitarbeiter über Klingenstein aus dieser Unterhaltung unter anderem: “Abiturient, negativ eingestellt.” Klingenstein sagte dem SPIEGEL: “Die Stasi bezeichnet meinen Gesprächspartner Gysi offen als IM.”
Den ganzen Artikel gibt es hier zu lesen.
Wahlcomputer sind doch nicht so schlimm
Es ist noch nicht mal ein Jahr vergangen, als die Fraktion der Linken einen Antrag “Wahlmanipulationen wirksam verhindern” (Drs. 16/5810 vom 22.06.2007, PDF) in den Deutschen Bundestag einbrachte. Zur Erinnerung an Gysi, Lafontaine & Co. ein paar Auszüge aus dem Antrag:
Wahlcomputer verzichten auf eine geräteunabhängige Kontrollmöglichkeit des Wahlergebnisses.
Der bewährte Weg der Urnenwahl droht allmählich von der elektronischen Stimmabgabe abgelöst zu werden.
Beim Einsatz von Wahlcomputern und Internetwahl ist das Zustandekommen von Wahlergebnissen nicht öffentlich nachvollziehbar.
Weder die Wahl über Computer noch die Wahl über das Internet sind manipulationssicher.
Wahlcomputer und Internetwahl ermöglichen es, Wahlen zu manipulieren. Diese Manipulationsmöglichkeiten lassen sich nicht mit hinreichender Zuverlässigkeit verhindern. Wahlen per Computer oder Internet sind weder nachvollziehbar noch überprüfbar.
Eine allgemeine, unmittelbare, freie, gleiche und geheime Wahl ist mit der Stimmabgabe per Wahlcomputer oder Internet nicht vereinbar.
Der gebildete Leser wird wissen, dass diese Argumente im Grundsatz richtig sind. Interessant ist allerdings zu sehen, wie schnell manch ein Polemiker vergisst, was er da eigentlich beantragt hat. Anlässlich des 1. Parteitages der Linken gibt es einen Antrag des Parteivorstandes vom 24.02.2008 mit dem Titel “Zulassung von elektronischen Wahlen“. Und — jetzt wird es spannend — wie sieht dieser wohl aus?
Der Parteitag beschließt, nach §2 (4) der Wahlordnung der Partei DIE LINKE die Wahlen auf dem 1. Parteitag der Partei DIE LINKE elektronisch durchzuführen.
…
Die Erfahrungen zeigen, dass das elektronische Wahlverfahren das Wahlgeheimnis, den Datenschutz und die Manipulationssicherheit gewährleistet und eine beträchtliche Zeitersparnis bringt.
Binnen weniger Monate vergisst man bei den Linken offenbar seine Positionen. Ist ja nicht das erste Mal.